Wirtschaft mobil: Betriebe in Leonding und Pasching gestalten Mobilität gemeinsam

Im März 2026 hat der Leondinger Gemeinderat den Klimaneutralitätsfahrplan beschlossen. Die Treibhausgasbilanz zeigte deutlich, dass rund drei Viertel der Emissionen in Leonding in den Bereichen Mobilität und Wärme entstehen. Der tägliche Weg zur Arbeit ist dabei einer der größten Hebel. „Wirtschaft mobil – Überbetriebliches Mobilitätsmanagement“ ist deshalb ein logisches Projekt, das aus dem Fahrplan abgeleitet wurde. Gemeinsam mit der Gemeinde Pasching entsteht daraus ein regionales Vorhaben, das über die Gemeindegrenzen hinauswirkt.

Am 21. September 2026 fand bei uns im 44erHaus die Kick-off-Veranstaltung statt, an der rund 15 Unternehmen aus Leonding und Pasching teilnahmen. Nach der Eröffnung durch Bürgermeister Markus Hofko (Gemeinde Pasching) und Vizebürgermeister Harald Kronsteiner (Stadt Leonding) erläuterte Daniela Limberger, Geschäftsführerin der Agentur für Standort und Wirtschaft Leonding, die Ausgangslage und Projektziele. Das Projekt wird gemeinsam mit unseren Partnern Energieinstitut Vorarlberg, Klimabündnis OÖ und Regionalmanagement OÖ wird das Projekt umgesetzt, diese gaben Einblicke in erfolgreiche Beispiele aus der Praxis. Den Abschluss bildete der Austausch im Workshop

Beide Gemeinden wachsen, und mit ihnen der Pendelverkehr. Der viergleisige Ausbau der Westbahn bringt der Region langfristig moderne Haltestellen und ein dichteres Bahnangebot, während der Bauphase aber auch spürbare Veränderungen im öffentlichen Verkehr. Für Unternehmen wird Erreichbarkeit damit zur Standortfrage und zum Argument im Wettbewerb um Fachkräfte.

Gemeinsam statt jeder für sich

Bisher organisiert jeder Betrieb Mobilität für sich, obwohl sich die Arbeitswege vieler Beschäftigter überschneiden. „Wirtschaft mobil“ bündelt diese Potenziale: Eine Pendleranalyse soll zeigen, wer woher kommt und wo sich Wege kreuzen. Betriebsübergreifende Fahrgemeinschaften könnten entstehen. In einigen Pilotbetrieben sollen in Mobilitätslaboren maßgeschneiderte Lösungen erprobt werden und ein regionales Netzwerk sorgt dafür, dass Erfahrungen geteilt werden und die Zusammenarbeit auch nach Projektende weiterläuft.

Welche Maßnahmen umgesetzt werden, entscheiden die Betriebe auf Basis einer Mobilitätsumfrage. Die Bandbreite ist groß, und gerade der überbetriebliche Ansatz macht vieles erst möglich, was sich für ein einzelnes Unternehmen nicht rechnet.

Inspiriert von Vorarlberg

Vorbild für das Projekt ist das Vorarlberger Netzwerk Wirtschaft MOBIL. Dort organisieren Unternehmen seit Jahren gemeinsam die Mobilität ihrer Belegschaften, mit messbarem Erfolg: Beim Beschlägehersteller Blum, der seine Erfahrungen beim Kick-off teilte, legen heute 47 Prozent der Beschäftigten den Arbeitsweg aktiv und nachhaltig zurück. Dieses Modell soll nun für den Zentralraum Leonding übersetzt werden, fachlich begleitet vom Energieinstitut Vorarlberg, das das Netzwerk Wirtschaft MOBIL betreut, dem Klimabündnis Oberösterreich und dem oberösterreichischen Regionalmanagement.